Sitemap/Navigation

Leitfaden "Erweiterte Wirtschaftlichkeitsbetrachtung beim Einsatz von Leiharbeit sowie anderen Flexibilisierungsmaßnahmen (EWB)"

Die Gründe, auf Leiharbeit zurückzugreifen sind aus Sicht von Entleihunternehmen oft vielfältig. Dabei wird in vielen Fällen längst nicht mehr nur das Ziel verfolgt, saisonalen oder auftragsbedingten Personalspitzenbedarf abzudecken. Denn auch Faktoren wie Flexibilisierung, Kosteneinsparung oder auch die Möglichkeit der Personalrekrutierung werden von Betriebsseite zunehmend als Argument für den Leiharbeitseinsatz angeführt. Ein Rückgriff auf Leiharbeit sollte dabei nicht nur von der reinen Kostenseite aus betrachtet werden. Potenzielle Einsatzbetriebe sollten sich gleichwohl auch gut überlegen, welche Konsequenzen der Einsatz von temporär beschäftigten Mitarbeiter/-innen beispielsweise auf die Arbeitsqualität, die Innovationsfähigkeit oder auf das Betriebsklima haben kann.

Um betrieblichen Praktiker/-innen hier Unterstützung zu geben, wurde vorliegender Leitfaden entwickelt. Dieser beschreibt das systematische Vorgehen bei der Durchführung einer erweiterten Wirtschaftlichkeitsbetrachtung von Leiharbeitseinsätzen in Entleihunternehmen und umfasst dabei folgende sechs Schritte:

  1. Typisierung der Einsatzstrategie ("Aus welchem Grund soll Leiharbeit zum Einsatz kommen?")
  2. Excelbasierte "Erweiterte Wirtschaftlichkeitsrechnung" (EWR): Neben den reinen Personalkosten werden u. a. auch "Einmalkosten" (z. B. für Einweisung, Persönliche Schutzausrüstung) und eventuell unterschiedliche Leistungsgrade berücksichtigt
  3. "Prozessrisiken-Analyse" (PRA): Mögliche Auswirkungen des Leiharbeitseinsatzes auf die Leistungsfähigkeit des Entleihunternehmens
  4. "Sozialrisiken-Analyse" (SRA): Mögliche Auswirkungen des Leiharbeitseinsatzes auf die Sozialstruktur/das Betriebsklima des Entleihunternehmens
  5. Festlegung der Flexibilisierungsmaßnahme bzw. der Personalstrategie
  6. Leiharbeit gestalten

Die im Leitfaden dargestellten Schritte bauen aufeinander auf. Dieses Konzept kann (und sollte) je nach betrieblicher Ausgangssituation an die konkreten Bedingungen und Erfordernisse angepasst werden. Es ist ebenfalls möglich, einzelne Schritte zu überspringen, sofern hierzu bereits Erkenntnisse vorliegen.