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Regelungen Zusammenarbeit Zeitarbeitsunternehmen und Entleihunternehmen

Verantwortung verbindlich regeln – Grauzonen vermeiden!

Leiharbeit ist ein besonderes Arbeitsverhältnis: Leiharbeitnehmer/-innen erbringen ihre Arbeitsleistung nämlich nicht bei ihrem eigentlichen Arbeitgeber (Zeitarbeitsfirma), sondern werden von diesem gegen Gebühr an weitere Unternehmen überlassen (Entleihunternehmen), welche dann den konkreten Arbeitseinsatz organisieren. Bei der Überlassung von Leiharbeitnehmer/-innen kommt es folglich zur Zusammenarbeit von zwei Arbeitgebern, weshalb man auch von einem "Dreiecksverhältnis" spricht.

Beide Arbeitgeber haben beispielsweise Arbeitsschutzpflichten, die gemeinsam koordiniert und im Arbeitnehmerüberlassungsvertrag geregelt sein müssen. Vielfache Erfahrungen aus der Praxis zeigen jedoch, dass die Zuständigkeiten und Verantwortung für den Arbeits- und Gesundheitsschutz (AuG) von Leiharbeitnehmer/-innen zwischen Zeitarbeits- und Entleihunternehmen nicht immer klar geregelt sind (z. B. Kostenübernahme Persönliche Schutzausrüstung, Vorsorgeuntersuchungen etc.). Aus den daraus resultierenden "Grauzonen" entsteht ein oftmals unvollständiger AuG für Leiharbeitnehmer/-innen. Die Konsequenzen sind bekannt und zeigen sich u. a. in größeren körperlichen wie psychischen Belastungen von Leiharbeitnehmer/-innen mit entsprechend höheren Unfallquoten von Leiharbeitnehmer/-innen. Um diese Probleme zu vermeiden, kommt einer systematischen und vor allem verantwortungsbewussten Zusammenarbeit zwischen Zeitarbeits- und Entleihunternehmen — nicht nur vor dem Hintergrund des Arbeits- und Gesundheitsschutzes — eine zentrale Bedeutung zu. Das bezieht sich nicht nur auf die klare, möglichst schriftlich fixierte Festlegung entsprechender Verantwortlichkeiten (bspw. muss der Arbeitsvertrag den Bestimmungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes entsprechen), sondern beginnt aus Sicht von Entleihunternehmen schon bei der Suche nach einem geeigneten Personaldienstleister.

Dieser sollte möglichst sehr sorgfältig ausgewählt werden: Neben einer hohen "fachlichen Passgenauigkeit" (kann der Anbieter die gewünschten Qualifikationen in ausreichendem Maße bereitstellen?) sollte auch die Dienstleistungsqualität bei Einhaltung von Arbeits- und Gesundheits-schutzstandards abgeklärt werden, um die Zusammenarbeit mit "unseriösen" Zeitarbeitsfirmen schon im Vorfeld zu vermeiden. An der Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen Entleih- und Zeitarbeitsunter-nehmen sind auf Seiten des Entleihunternehmens mehrere betriebliche Akteure beteiligt: Hier sind nicht nur Geschäftsführung und Personalabteilung gefragt, sondern gerade auch die für den AuG verantwortlichen Sicherheitsfachkräfte. Auch Betriebsräte können als "Treiber" die Einhaltung bestimmter (gesetzlicher) Standards forcieren.

Folgende GRAziL-Instrumente können dabei zur Unterstützung herangezogen werden: