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Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung in der Leiharbeit

Präventionspotenziale des modernen Arbeits- und Gesundheitsschutzes mobilisieren!

Die Gefährdungsbeurteilung nach § 5 ArbSchG stellt das zentrale Präventionsinstrument im modernen Arbeits- und Gesundheitsschutz dar. Es geht darum, mögliche Gesundheitsgefährdungen umfassend zu ermitteln, zu beurteilen und geeignete Maßnahmen abzuleiten und umzusetzen. Das Ziel der Gefährdungsbeurteilung besteht in der Umsetzung dieser Maßnahmen, die Maßnahmen menschengerechter Arbeitsgestaltung einschließen. Das bedeutet: Die Gefährdungsbeurteilung zielt auf weit mehr als auf die Verminderung von Fehlbelastungen, Arbeitssicherheit oder Mängelbeseitigung. Vielmehr geht es um eine ganzheitliche, auch ressourcenorientierte Betrachtungsweise, in der psychische Belastungen, etwa aus einer ungenügenden Arbeitsorganisation oder unzureichenden Arbeitszeitgestaltung, mit berücksichtigt werden müssen. Menschengerechte Arbeitsgestaltung bedeutet:

Diese im Gesetz verankerten Kriterien menschengerechter Arbeitsgestaltung kommen beim Einsatz von Leiharbeitnehmer/-innen in den Betrieben kaum zur Anwendung. Hier sind jedoch insbesondere die Entleihbetriebe verpflichtet, den Einsatz dieser besonders gefährdeten Beschäftigtengruppe durch eine Gefährdungsbeurteilung abzusichern. Untrennbar mit der Gefährdungsbeurteilung verbunden ist die Durchführung von Unterweisungen nach § 12 ArbSchG. Gerade bei einem oft kurzfristigen Einsatz von Leiharbeitnehmer/-innen ist es besonders wichtig, dass diese im Einsatzbetrieb vor Aufnahme der Tätigkeit — vor allem bezogen auf die Aspekte Sicherheit, Unfall- und Gesundheitsgefährdungen — ausreichend informiert und unterwiesen werden. Dabei muss die Unterweisung im Sinn einer modernen Gesundheitsschutzinformation ausdrücklich an die Gefährdungsbeurteilung angepasst sein und sich auf den Arbeitsplatz und die konkreten Arbeitsaufgaben beziehen. Das ArbSchG weist dabei dem Arbeitgeber im Entleihbetrieb ausdrücklich die Verpflichtung zur Unterweisung der in Leiharbeit Beschäftigten zu.